Ökologie

Der Wasserkraft in Bayern kommt die Aufgabe zu, ihren bisherigen Anteil von 15 %
auf 17 % an der Stromerzeugung zu steigern. Bis 2021 sollen so ca. 2 Mrd. kWh/Jahr zusätzlich erzeugt werden. Ein Großteil des Wasserkraftzuwachses liegt in der Modernisierung und Nachrüstung bestehender großer Wasserkraftanlagen.
Die so genannte „kleine Wasserkraft“ (Kraftwerke mit einer Leistung < 1 MW) soll den Zuwachs durch Neubauten an bestehenden, noch nicht genutzten Wehranlagen erbringen. Hierbei setzt die Bayer. Landeskraftwerke GmbH auch auf innovative Wasserkraftwerkskonzepte, die als „Öko-Wasserkraftwerke“ eine besonders gewässerverträgliche Art der Wasserkraft darstellen.

So genannten „Ökostrom“ zu erzeugen ohne Auswirkungen auf die Natur ist auch bei der regenerativen Energiequelle Wasserkraft nicht möglich. Für den Grundsatzkonflikt zwischen schadstofffreier Stromerzeugung aus Wasserkraft und den ökologischen Belangen eines Fließgewässers gilt daher, Lösungen zu finden, die die Auswirkungen auf das Gewässer möglichst klein halten. Mit der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und dem im März 2010 novellierten Wasserhaushaltsgesetz (WHG) ist der gesetzliche Anspruch gewachsen. Die ökologischen Auswirkungen einer Wasserkraftnutzung auf das Gewässer werden begrenzt.

  • § 34 WHG fordert die Durchgängigkeit des Gewässers bei Staustufen,
  • § 33 WHG fordert einen Mindestwasserabfluss bei Ausleitungsstrecken und
  • § 35 (1) WHG schreibt Maßnahmen zum Schutz der Fischpopulation bei einer Wasserkraftnutzung des Gewässers vor.


In allen Fällen der Wasserkraftnutzung können für die Ökologie, den Artenschutz und den Lebensraum Gewässer nachhaltige Verbesserungen mit innovativen Ansätzen erreicht werden:

  • Bei Modernisierung und Nachrüstung bestehender Anlagen wird - wie bisher bereits praktiziert - eine aquatische Durchgängigkeit hergestellt. In Entwicklung sind daneben neue Turbinenformen, die eine geringere Schädigung von Fischen beim Passieren erwarten lassen.
  • Für neue Wasserkraftanlagen an bestehenden Querbauwerken stehen konstruktive Lösungen zur Verfügung, die von ihrer Anordnung und Bauform als weitestgehend „fischverträglich“ einzustufen sind (Öko-Wasserkraftanlagen). Gut ausgebildete Fischwege sind auch in diesen Fällen integriert.


Die neuen Techniken ermöglichen eine naturverträgliche Umsetzung der Energiewende im Bereich der Kleinwasserkraft.
Querbauwerke stellen für Lebewesen im Gewässer ein unüberwindbares Hindernis dar. Mit dem Bau innovativer Kleinkraftwerke in Verbindung mit Fischaufstiegsanlagen kann sowohl zusätzliche regenerative Energie erzeugt als auch die Durchgängigkeit an vorhandenen Stauanlagen hergestellt werden.

Definition einer Öko Wasserkraftanlage

Öko-Wasserkraftanlagen minimieren die Auswirkungen der Wasserkraftnutzung auf das Gewässer.
Kennzeichen sind:

  • Durchgängigkeit für aquatische Lebewesen (im wesentlichen Fische) nach Ober- und Unterwasser
  • Feinrechen vor der Turbine in Verbindung mit einem Fischabstieg mit Leiteinrichtungen
  • Turbinentechnik, die eine weitgehend schadlose Wanderung durch die Turbine ermöglicht
  • Fischaufstieg als technische oder naturnahe Anlage
  • Durchgängigkeit für Geschiebe im Kraftwerksbereich
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